Optische 3D-Messverfahren zur Bewegungs- und Verformungsanalyse wie ARAMIS und PONTOS setzen sich seit mehreren Jahren zunehmend in der Material- und Bauteilprüfung durch. Sie erlauben durch ihre große Messpunktanzahl bzw. den flächenhaften Ergebnissen einen besseren Einblick in das Material- und Bauteilverhalten sowie in die Versagensmechanismen. Bei der Bestimmung von Materialkennwerten liefern optische Messverfahren einen größeren Gültigkeitsbereich, insbesondere im plastischen Bereich, da sie die Plastifizierung lokal messen. Es können also Kennwerte ermittelt werden, die diese lokale Plastifizierung berücksichtigen. Für die Umformtechnik werden somit Fließkurven aus dem Zug- und Bulgeversuch, Grenzformänderungskurven uva. ermittelt. Höhere Anforderungen an die Crashsicherheit im Automobilbereich, sowie an das dynamische Verhalten anderer Produkte haben einen hohen Bedarf nach aussagekräftigeren experimentellen Methoden zur Folge. Die berührungslos arbeitende optische 3D-Messtechnik bietet diesbezüglich besondere Vorteile, da keine Sensorik den hohen Geschwindigkeiten bzw. Beschleunigungen ausgesetzt ist. Zur Untersuchung dieser schnellen Prozesse werden CMOS-Kameras eingesetzt, die eine ausreichende Bildrate ermöglichen, um den Versuch, der in der Regel wenige Millisekunden dauert, mit einer ausreichend hohen Bildanzahl aufzunehmen. Zur Gewinnung von dreidimensionalen Daten werden darüber hinaus zwei Kameras eingesetzt, die zwecks genauer 3D-Ergebnisse synchron betrieben werden müssen (Bild 1). In der Regel kann diese Anforderung durch modernere und baugleiche Kameras von Herstellern wie Photron, Vision Research, Redlake, NAC u.a. erfüllt werden. Typischerweise erreichen solche Kameras Bildraten von 1-3kHz bei einer Bildgröße von ca. 1MPixel. Bei reduzierter Bildauflösung werden höhere Bildraten von bis zu 50kHz oder darüber erreicht. |