Industrielle 3D-Messtechnik

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3D-Design 
  
Der RIVAGE - High Tech im Modellbau - Die Entstehung des RIVAGE-Showcars 
ATOSTRITOP
 
Messsysteme: ATOSTRITOP
 
Keywords: Fahrzeug-Entwicklung, Design, CAD-Daten
 
Eine typische Anwendung für die 3D-Digitalisierung ist die Erfassung der Ist-Kontur eines physikalisch existierenden Modells in der Design- und Produktentwicklungsphase. Mit dem mobilen ATOS II XL-System lässt sich diese Aufgabe zeitsparend und ortsungebunden durchführen. Die Messergebnisse in Form von hochaufgelösten Dreiecksnetzen lassen sich einfach manipulieren und weiterverarbeiten.

Das vorliegende Fallbeispiel "RIVAGE" entstand im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes der Firmen ITH Technik GmbH, Steinbeis-Transferzentrum Automotive Styling und Design, Tebis AG und der GOM mbH. Es dokumentiert die Entstehung des RIVAGE-Showcars. Nur 7 Monate waren notwendig, um von der ersten Entwurfsskizze zum fahrbereiten Conceptcar zu kommen, das im Jahr 2002 auf der Euromold erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

 
2D-Entwurf von Prof. KelllyDer RIVAGE
2D-Entwurf von Prof. KelllyDer RIVAGE
 
Scan der RohkarosseSTL-Netz der Rohkarosse
Scan der RohkarosseSTL-Netz der Rohkarosse
 
Grundlage dieses Projektes war ein Porsche Carrera 911, auf dessen Rohkarosse der RIVAGE erstellt wurde. Um das Package-Modell für das Design herzustellen, war eine 1:4-Kopie der Rohkarosse notwendig. Hier kam das ATOS II XL-System zum ersten Einsatz. Mit konventionellen Messmethoden ist das Digitalisieren solch komplexer Geometrien kaum möglich. Der flexible ATOS-Scanner mit seiner hohen räumlichen Beweglichkeit hingegen erlaubt die detailgetreue und nahezu vollständige Erfassung hochkomplexer Objekte in sehr kurzer Zeit: In nur 4 Stunden Digitalisierzeit standen die Daten im STL-Format zur Verfügung. Das Netz konnte problemlos ins Tebis eingelesen, aufgearbeitet, auf 1:4 herunterskaliert und zu Fräsbahnen weiterverarbeitet werden.

Auf dem fertig gefrästen Package-Modell konnte nun das Design in Clay modelliert werden. Um das freigegebene 1:4-Design-Modell auf ein 1:1 Anschauungsmodell hochzuskalieren, wurde es wiederum digitalisiert. Das 1:4-Modell musste für diesen Schritt in höchster Qualität gescannt werden, weil sich jegliche Fehler im späteren 1:1-Modell pro Hauptrichtung vierfach vergrößert bemerkbar machen. Hier konnte das 3D-Scansystem ATOS wieder seine Stärken ausspielen. Aufgrund der fortschrittlichen Projektionstechnik ist es möglich, solche Modelle mit einer Genauigkeit von 0,01 mm abzutasten.

 
Das Designmodell in ArbeitScan des Designmodells
Das Designmodell in ArbeitScan des Designmodells
 
Tapelinien markieren den Fugenverlauf auf dem 1:1-ModellMit dem Featureline-Modul können Tape-linien problemlos digitalisiert werden
Tapelinien markieren den Fugenverlauf auf dem 1:1-ModellMit dem Featureline-Modul können Tape-linien problemlos digitalisiert werden
 
Das nach erheblichen Modifikationen freigegebene 1:1-Modell stellte nun weitere Ansprüche an die Digitalisiertechnik. Zuerst musste das Modell mit höchster Genauigkeit gescannt werden, da aufgrund dieser Daten die Anbauteile des Conceptcars gefertigt wurden. Darüber hinaus mussten auch die mit Tape gekennzeichneten Fugenverläufe digitalisiert werden. Hier kam das komfortable Featureline-Modul der ATOS-Software zum Einsatz. Aus den ohnehin zur Oberflächendigitalisierung aufgenommenen Messdaten kann die Software solche charakteristische Linien problemlos extrahieren und als VDA- oder IGES-Punktewolke zur Verfügung stellen.

Aus diesen Daten entstanden die Anbauteile, die allesamt in einer speziellen Laminat-Sandwichtechnik, eine Spezialität der ITH GmbH, hergestellt wurden. Erforderliche Montageelemente konnten im Tebis an die vorhandenen STL-Netze durch zusätzliche Flächen ankonstruiert werden. Pünktlich zum vorher definierten Zieltermin konnten die letzten Arbeiten abgeschlossen werden und der RIVAGE stand somit zeitgerecht auf der Euromold der Öffentlichkeit zur Schau.

Alle vier beteiligten Firmen haben gleichermaßen großen Anteil daran, dass dieses Projekt in nur sieben Monaten vom ersten Entwurf bis zum fertigen, fahrbereiten Showcar durchgeführt wurde. Es zeigt, wie komplette Prozessketten in der heutigen Produktionstechnik mit modernsten Technologien optimiert werden können.

Wir danken unseren Partnerfirmen ITH GmbH, Steinbeis Transferzentrum Automotive Styling and Design und Tebis AG für die professionelle und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Über das Projekt erstellte die Tebis AG eine zwölfseitige Broschüre und einen Film (390 MB avi-Datei, auf CD) die, solange vorrätig, bei GOM oder Tebis bezogen werden können.

 
STL-Netz und Tapelinien des 1:1 ModellsDer RIVAGE auf dem Hockenheimring
STL-Netz und Tapelinien des 1:1 ModellsDer RIVAGE auf dem Hockenheimring
 

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