1999 startete das Staatliche Institut für Denkmalpflege in Prag unterstützt durch das Tschechische Kulturministerium ein Langzeitprojekt, das die Überwachung des Zustandes der Statuen der berühmten Prager Karlsbrücke zum Inhalt hat. Die im 14. Jahrhundert gebaute Karlsbrücke ist nicht nur ein geschichtlich bedeutendes Bauwerk, sondern gleichzeitig eine Galerie barocker Plastiken. Die Statuen und Skulpturengruppen zeigen mit der Zeit Abnutzungserscheinungen und so wurden die Originale nach und nach durch Kopien ersetzt. Aus der Vermessung der Originale und ihrer Kopien erhält man Aufschluss über den aktuellen Zustand der Skulpturen und den schädigenden Einfluss verschiedener Umweltfaktoren. Zur Erfassung des Ist-Zustandes werden zerstörungsfreie Messmethoden eingesetzt, u.a. existiert jetzt eine detaillierte fotografische Dokumentation der Skulpturen. Die "flachen" Bilder enthalten aber nicht genug Informationen zur exakten 3D Form. Deshalb ist eine Digitalisierung erforderlich, sodass die Formdaten auf einfache Weise archiviert, verglichen und, falls erforderlich, zur Herstellung von Kopien verwendet werden können. Die Statue des Heiligen Adalberts (tschech.Vojtech) wurde als erste digitalisiert. Die 6 Meter hohe Sandstein-Figur aus dem 18. Jahrhundert stammt von Ferdinand Maximilian Brokoff, einem der bedeutendsten Bildhauer dieser Epoche. Vorhanden und digitalisiert werden das Original, wie auch die aktuelle Kopie auf der Karlsbrücke. Die Digitalisierung wurde durchgeführt von MCAE Systems s.r.o.. Zum Einsatz kamen die optischen Messsysteme TRITOP und ATOS der Firma GOM. |