Industrielle 3D-Messtechnik

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Rechtsmedizin und Spurensicherung nutzen 3D-Digitalisiersystem 
ATOSTRITOP
 
Messsysteme: ATOSTRITOP
 
Keywords: 3D-Dokumentation, Digitale Rekonstruktion
 
Die Rechtsmedizin hat die Aufgabe, medizinische Befunde von Lebenden und Verstorbenen für die Organe der Rechtspflege wissenschaftlich und verständlich zu dokumentieren, zu analysieren und zu erläutern. Die forensische Molekulargenetik (DNA) und forensische Toxikologie haben dabei den Schritt zum Einsatz von High-Tech-Methoden bereits vollzogen.

Das Rechtsmedizinische Institut der Universität Bern hat sich deshalb vor dem Hintergrund der technologischen Entwicklungen der letzten Jahre zusammen mit dem Wissenschaftlichen Dienst der Stadtpolizei Zürich das Ziel gesetzt, moderne, nicht-invasive dreidimensionale Dokumentations- und Analysemethoden zu evaluieren und zu validieren.

Sobald ein Verbrechen oder ein Unfall geschehen ist, müssen alle Spuren gesichert werden. Alle daraus gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse werden wissenschaftlich dokumentiert. Aufgrund solcher Indizien lässt sich eine Tat oder ein Unfallhergang dann für die Rechtssprechung rekonstruieren, analysieren und erläutern.
Um eine möglichst lückenlose Dokumentation zu erhalten, werden an der Universität Bern verschiedene Techniken angewendet, die es ermöglichen Befunde dreidimensional zu erfassen.

Eine neue Möglichkeit in diesem Bereich bietet die moderne 3D-Digitalisierungstechnik. Das hochgenaue Digitalisiersystem ATOS XL liefert eine hervorragende Qualität bei der Erfassung von Formen und Formenabweichungen. Die tatsächliche Gestalt einer Person oder Sache sowie Verformungen jeglicher Art werden präzise erfasst, graphisch visualisiert, analysiert und dokumentiert. So lässt sich z.B. feststellen, welches Werkzeug als Tatwaffe in Frage kommt, welche Verletzungen wie entstanden sind, z.B. welcher Schuh den Abdrücken entspricht oder welcher Unfallschaden durch welches Hindernis erzeugt wurde.

 
 
Die Rechtsmedizin der Universität Bern (IRM, www.virtopsy.com) und der wissenschaftliche Dienst der Stadtpolizei Zürich setzen das ATOS-XL-Digitalisiersystem bei ihrer Arbeit ein und können kleinste Objekte (z.B. Oberflächen von Tatwerkzeugen) bis hin zu ganzen Autos einfach und sehr genau vermessen.

Die Abbildungen 1 bis 4 zeigen z.B. verschiedene Unfallwagen, die mit ATOS digitalisiert wurden. Durch das Digitalisieren eines entsprechenden intakten Fahrzeugs (Abb. 1) lassen sich die gescannten Daten der Unfallwagen sehr gut miteinander vergleichen (Abb. 2).

 
 Digitalisieren eines unbeschädigten Vergleichfahrzeuges Digitalisieren des Unfallwagens
Abb. 1: Digitalisieren eines unbeschädigten Vergleichfahrzeuges und des Unfallwagens
 
Digitale Daten des UnfallfahrzeugsDigitale Daten des Unfallfahrzeugs im Vergleich zu einem Originalfahrzeug
Abb. 2: Digitale Daten des Unfallfahrzeugs (links) im Vergleich zu einem Originalfahrzeug (rechts)
 
Messdaten eines massiv beschädigten AutosMessdaten eines massiv beschädigten Autos, eingeschwenkt in das Koordinatensystem des Vergleichsfahrzeugs
Abb. 3: Messdaten eines massiv beschädigten Autos, eingeschwenkt in das Koordinatensystem des Vergleichsfahrzeugs
 
Dadurch, dass die Messdaten in das Koordinatensystem der Vergleichsfahrzeuge eingeschwenkt wurden, kann die Verformung quantifiziert und z.B. Angaben über die Aufprallgeschwindigkeit hergeleitet werden (Abb. 3).

Außerdem ist es z.B. möglich, einen Auffahrunfall digital nachzustellen, indem man die beiden Wagen und die abgerissene Stoßstange digitalisiert und die Datensätze in Beziehung zueinander setzt (Abb. 4).

 
Digitale Rekonstruktion eines AuffahrunfallsDigitale Rekonstruktion eines Auffahrunfalls
Abb. 4: Digitale Rekonstruktion eines Auffahrunfalls
 
Auch bei anderen Unfallarten wie z.B. im Flugbetrieb, geben die digitalisierten Daten der beschädigten Teile Aufschluss über Unfallhergang und/oder Unfallursache. Abb. 5 zeigt den Propeller eines Leichtflugzeugs, das durch ein Drahtseil zum Absturz gebracht wurde. Die Einschlagstelle ist in den Messdaten gut zu erkennen.

Ein Beispiel aus der Gerichtsmedizin (Abb. 6) zeigt den erfolgreichen Einsatz des ATOS-Systems auch in diesem Bereich: Der durch einen Biss verletzte Arm mit einer Bissspur (eine so genannte geformte Verletzung) wurde gescannt, ebenso ein Modell des Gebisses des Tatverdächtigen. Die digitalisierten Daten der Gebissabdrücke und der Bissspuren wurden verglichen und die maßstabgenaue 3D-Analyse ergab einen Match / eine gute "Passung".

 
Propeller mit Einschlagstelle des DrahtseilesPropeller mit Einschlagstelle des Drahtseiles
Abb. 5: Propeller mit Einschlagstelle des Drahtseiles
 
Bisswunde am Armdigitalisierte Gebissabdrückedigitalisierten Daten des Armes und des Gebisses ineinander eingepasst
Abb. 6: Bisswunde am Arm. Im Bild in der Mitte sind die digitalisierten Gebissabdrücken dargestellt und im Bild rechts sind die digitalisierten Daten des Armes und des Gebisses ineinander eingepasst.
 
Wir danken dem Institut für Rechtsmedizin an der Universität Bern und dem Wissenschaftlichen Dienst der Stadtpolizei Zürich für ihre gute Arbeit mit den ATOS-XL-Digitalisiersystemen.
  
 

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