Das ARGUS-System kann Formänderungen auf der Oberfläche und Blechdickenabnahmen von Formbauteilen infolge von Umformprozessen bestimmen. Dank der anschaulichen Darstellung der Messresultate kann der Umformprozess einfach beurteilt werden. Stark beanspruchte Bereiche werden als hot spots hervorgehoben. Im folgenden Beispiel kam ARGUS zum Einsatz, um die Formänderungen auf einem Formbauteil zu analysieren und mit den gewonnenen Information den Umformprozeß zu optimieren. Das Umformwerkzeug wurde mit herkömmlichen Methoden entwickelt und produziert. Erste Testläufe zeigten, dass das Formbauteil in bestimmten Bereichen leicht zu Rissen neigte. Eine Vermessung des Bauteils führte zu einer quantitativen und qualitativen Beurteilung der Materialabnahme in den kritischen Bereichen. In Abbildung 2 sind diese Bereiche rot markiert (Thickness-Darstellung der ARGUS-Software). Zur Analyse des Umformprozesses mit dem ARGUS-System ist ein regelmäßiges Punktmuster auf das unverformte Blech aufzubringen. Dieses Blech erfährt mit dem bestehenden Werkzeug die entsprechende Umformung. Abbildung 1 zeigt das bereits deformierte Formbauteil mit dem ebenfalls deformierten Punktmuster. Das Formbauteil wird aus unterschiedlichen Richtungen mit der hochauflösenden CCD-Kamera des ARGUS-Systems aufgenommen. Die ARGUS-Software berechnet daraufhin automatisch die 3D-Koordinaten aller Punkte des Punktmusters mittels eines photogrammetrischen Verfahrens. Die resultierende Punktewolke definiert die Form des deformierten Werkstückes. Mittels des vorher bekannten ursprünglichen Abstands der Punkte kann die Formänderungsverteilung auf der Oberfläche des Formbauteils berechnet werden. Unter Annahme der Volumenkonstanz wird aus der berechneten Formänderung direkt die Verteilung der Blechdickenabnahme (Thickness Reduction) bestimmt und visualisiert (siehe Abb. 2). Abbildung 3 zeigt zudem das materialspezifische Grenzformänderungsdiagramm (FLD). |